Mittwoch, 11 Februar 2026 12:50

Pop und Shakespeare in Leipzig

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 Inszenierung von „Was ihr wollt“ am Schauspiel Leipzig mit Songs von Taylor Swift und Regie von Pia Richter. Inszenierung von „Was ihr wollt“ am Schauspiel Leipzig mit Songs von Taylor Swift und Regie von Pia Richter. Foto: Pexels–Pixabay / Lizenz: Pexels–Pixabay

Am Schauspiel Leipzig wurde am Wochenende die Inszenierung „Was ihr wollt (A Tortured Lover’s Version)“ uraufgeführt. Grundlage ist die Komödie von William Shakespeare. Die Regie verbindet den Stoff mit Songs von Taylor Swift. Die Premiere fand ohne Pause statt und dauerte rund 90 Minuten. Ziel war es, klassische Motive mit popkulturellen Referenzen zu verknüpfen. Hinweise zu weiteren Produktionen und Entwicklungen im Kulturleben der Stadt finden sich unter Kultur und Unterhaltung in Leipzig.

Inhaltsverzeichnis

Der Abend setzt früh auf Musik, klare Bilder und hohes Tempo. Schon der Beginn definiert die ästhetische Richtung. Eine einzelne Figur öffnet den Zugang zur Handlung. Das Geschehen bleibt durchgehend verdichtet. Kürzungen prägen Struktur und Rhythmus.

Taylor Swift und Juli Niemann

Zu Beginn tritt eine Schauspielerin als Harlekin auf. Kostüm und Maske greifen Elemente der Commedia dell’arte auf. Die Figur nennt sich Taylor und wird von Juli Niemann gespielt. Sie fungiert als Erzählinstanz und begleitet die Handlung durchgehend. Taylor singt einzelne Zeilen aus bekannten Taylor-Swift-Songs. Dazu zählen Shake It Off, Lover, The Man und Clara Bow.

Die musikalischen Einsätze bleiben kurz. Meist sind es zwei Zeilen oder eine Strophe. Diese erscheinen zusätzlich als Übertitel. Taylor wird von einer Live-Band begleitet. Die Besetzung besteht aus Schlagzeug, E-Bass und Keyboard. Alle Musiker tragen Glitzeranzüge. Später übernimmt auch Taylor dieses Kostüm. Weitere Konzerte im Februar zeigen, wie präsent Popmusik aktuell in Leipzig ist.

Bühnenbild von Julia Nussbaumer

Das Bühnenbild orientiert sich am historischen Globe Theatre. Julia Nussbaumer entwarf einen kreisrunden Raum mit drei umlaufenden Galerien. In Leipzig besteht diese Konstruktion aus einem weißen Stahlgerüst. Die Fachwerkstruktur bleibt sichtbar.

Der Raum ist vollständig offen und prägt jede Szene. Die Darsteller bewegen sich häufig auf den Galerien. Klettern und Laufen ersetzen klassische Spielsituationen. Die Bühne wirkt wie ein überdimensioniertes Gerüst. Requisiten werden kaum eingesetzt. Der Raum bleibt während der gesamten Aufführung unverändert. Einen Überblick über mehr hier erhält man im städtischen Veranstaltungskalender.

Kostüme von Lise Kruse

Die Kostüme greifen historische Vorlagen auf. Sie orientieren sich an der Renaissancezeit. Gleichzeitig werden sie mit popkulturellen Elementen kombiniert. Farben und Materialien wirken bewusst künstlich.

Ein markantes Beispiel ist Malvolio. Der Diener Olivias trägt keine traditionellen gelben Strümpfe. Stattdessen erscheint er in einer grellgelben Fellhose aus Kunstfasern. Diese Entscheidung ersetzt das historische Symbol durch ein visuelles Statement. Auch andere Figuren tragen stark stilisierte Gewänder mit modernen Akzenten.

Viola, Sebastian und Illyrien

Im Mittelpunkt steht das Zwillingspaar Viola und Sebastian. Beide geraten während einer Schiffsreise in einen Sturm. Das Schiff strandet. Die Geschwister werden getrennt. Viola erreicht allein die Küste von Illyrien.

Sie verkleidet sich als Mann. Ihr neuer Name lautet Cesario. Viola tritt in die Dienste von Herzog Orsino. Orsino liebt Gräfin Olivia. Cesario überbringt eine Liebesbotschaft. Olivia verliebt sich daraufhin in Cesario. Viola entwickelt gleichzeitig Gefühle für Orsino.

Später taucht Sebastian wieder auf. Er gleicht Cesario äußerlich vollkommen. Die Verwechslungen nehmen zu. Identität und Rollenbilder stehen im Zentrum der Handlung.

Regie von Pia Richter

Die Regie liegt bei Pia Richter. Die musikalische Leitung übernahm Maria Moling. Choreografie stammt von Vasiliki Bara. Dramaturgisch betreut wurde die Produktion von Julia Buchberger. Lichtdesign entwickelte Veit-Rüdiger Griess. Videoarbeiten steuerte Philip Schroeder bei.

Die Aufführung verzichtet auf eine Pause. Der Text ist stark komprimiert. Viele Motive werden angerissen, aber nicht ausgespielt. Die Musik bleibt begleitend und fragmentarisch. Ganze Songs werden nicht präsentiert. Am Ende übernimmt Viola die Rolle, die Offenheit der Liebe zu vertreten.

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FAQ

Wo fand die Premiere von „Was ihr wollt (A Tortured Lover’s Version)“ statt?

Die Premiere fand am Schauspiel Leipzig statt.

Wer führte Regie bei der Inszenierung?

Die Regie übernahm Pia Richter.

Wie lange dauert die Aufführung?

Die Aufführung dauert rund 90 Minuten und wird ohne Pause gespielt.

Welche Songs von Taylor Swift werden verwendet?

Verwendet werden unter anderem Shake It Off, Lover, The Man und Clara Bow, meist in kurzen Ausschnitten.

Wer spielt die Figur Taylor?

Die Figur Taylor wird von Juli Niemann gespielt.

Wer verkörpert Viola und Olivia?

Viola wird von Vanessa Czapla gespielt, Olivia von Teresa Schergaut.

Wer gestaltete Bühnenbild und Kostüme?

Das Bühnenbild stammt von Julia Nussbaumer, die Kostüme entwarf Lise Kruse.

Welches zentrale Motiv steht im Mittelpunkt der Handlung?

Im Zentrum stehen Identität, Verkleidung und Verwechslung rund um die Zwillinge Viola und Sebastian in Illyrien.

Quelle: MDR, PATIZONET