Inhaltsverzeichnis:
Zahlen der Angriffe in Leipzig
Die Entwicklung der Statistik zeigt ein deutliches Bild. Im Jahr 2023 waren es 85 Körperverletzungen und 44 Beißattacken. 2024 stiegen die Zahlen auf 92 Verletzungen und 49 Vorfälle gegen Tiere. Im laufenden Jahr 2025 meldete die Stadt bereits 51 Körperverletzungen. Damit setzt sich die Tendenz nach oben fort.
Bei den Opfern handelt es sich nicht nur um Erwachsene. Auch Kinder sind regelmäßig betroffen. Die Verwaltung unterscheidet in ihrer Statistik zwischen Personen unter 14 Jahren und allen anderen. Daraus ergeben sich konkrete Werte:
- 2022 wurden 14 Kinder verletzt
- 2023 waren es 18 Kinder, davon 3 durch sogenannte Listenhunde oder Mischlinge
- 2024 sank die Zahl auf 12 verletzte Kinder
Der Leiter der Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig, Prof. Martin Lacher, warnt vor schweren Folgen. Er berichtet von durchschnittlich zwei Operationen pro Monat bei Kindern mit schweren Bissverletzungen. Am häufigsten sind Kopf und Gesicht betroffen.
Hundetrainer in Leipzig
Für Hundehalter gibt es in der Stadt ein breites Angebot. Aktuell sind in Leipzig 61 Hundetrainer registriert. Zusätzlich bieten viele Trainer ihre Dienste mobil an. Somit können Halter auch Unterstützung außerhalb der Stadtgrenzen in Anspruch nehmen.
Die Teilnahme an den Kursen bleibt jedoch freiwillig. Nach Angaben der Verwaltung schreibt das Tierschutzgesetz lediglich die Sachkunde der Halter vor. Eine verpflichtende Ausbildung sei daher nicht möglich. Die Entscheidung über Training und Weiterbildung liege bei den Besitzern.
Maßnahmen der Verwaltung
Kommt es zu einem Beißvorfall, verfügt die Stadt über verschiedene Instrumente. Handelt es sich um einen einmaligen Vorfall, wird die Gefährlichkeit des Hundes überprüft. Bis zur Klärung gilt grundsätzlich Leinen- und Maulkorbzwang.
In besonderen Fällen kann die Behörde härter eingreifen. Dazu zählen:
- Sicherstellung des Hundes bei schweren Attacken
- Dauerhafter Leinen- und Maulkorbzwang
- Verpflichtung zum Besuch einer Hundeschule
- Entzug des Tieres im Einzelfall
Während der Prüfung können Halter Unterlagen vorlegen, etwa Nachweise über besuchte Kurse oder über bestandene Wesenstests. Diese können zur Entlastung beitragen.
Nachfrage der CDU
Die CDU wollte auch wissen, ob Leipzig Kampagnen zur Aufklärung plant. Die Stadtverwaltung erklärte jedoch, dass aufgrund der angespannten Haushaltslage derzeit keine Mittel für solche Projekte bereitstehen.
Damit bleibt die Prävention in Leipzig vor allem in den Händen der Hundehalter. Trainer stehen zwar zur Verfügung, doch eine Pflicht zum Erwerb eines Hundeführerscheins besteht weiterhin nicht.
Quelle: TAG24, webrivaig.com/de