Inhaltsverzeichnis:
- Abbau von 4.000 Stellen in Deutschland
- Konflikte mit Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit
- Kündigungen am Flughafen Leipzig/Halle und Dresden
- Proteste gegen ungleiche Bezahlung in Sachsen
Abbau von 4.000 Stellen in Deutschland
Auf dem Kapitalmarkttag in München teilte die Unternehmensführung mit, dass bis 2030 rund 4.000 Arbeitsplätze in der Verwaltung gestrichen werden. Die Maßnahmen betreffen vor allem Standorte in Deutschland. Prozesse sollen künftig gebündelt und stärker digitalisiert werden. Automatisierung sowie Künstliche Intelligenz sollen die Effizienz steigern.
- Ziel ist eine jährliche Einsparung von 300 Millionen Euro ab 2028.
- Die Gewinnmarge soll von 8 Prozent auf 8 bis 10 Prozent des Umsatzes steigen.
- Schon im laufenden Jahr erwartet Lufthansa höhere Gewinne als die 1,6 Milliarden Euro aus 2024.
Die Leitung begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Konflikte mit Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit
Die Ankündigungen stoßen auf starken Widerstand der Gewerkschaften. Verdi bezeichnete die Pläne als „Kahlschlag“ zulasten der Belegschaft. Nach Ansicht der Gewerkschaft würden die Kosten der Neuausrichtung einseitig auf die Mitarbeitenden abgewälzt.
Auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) droht mit Arbeitskämpfen. Dort läuft derzeit eine Urabstimmung über mögliche Streiks. Streitpunkte sind insbesondere:
- Die betriebliche Altersvorsorge.
- Forderungen nach verbesserten Regelungen.
- Die Einschätzung von Lufthansa, dass die Gewerkschaftsforderungen unbezahlbar seien.
Die Fronten zwischen Management und Arbeitnehmervertretungen verhärten sich zunehmend.
Kündigungen am Flughafen Leipzig/Halle und Dresden
Besonders einschneidend ist die Entscheidung, ab Ende Oktober 2025 keine eigene Bodenabfertigung mehr in Leipzig und Dresden anzubieten. Betroffen sind die Tochterfirmen Airport Services Leipzig (ASL) und Airport Services Dresden (ASD).
- Rund 130 Beschäftigte verlieren ihre Arbeitsplätze.
- Ein Sozialplan soll den Übergang abfedern.
- Bewerbungen auf freie Konzernstellen sind möglich.
Als Hauptgrund nennt Lufthansa gestiegene Kosten und geringeres Geschäftsvolumen. Laut Leipziger Volkszeitung haben sich seit 2020 Luftsicherheitsabgaben, Flugsicherungsgebühren und die Luftverkehrsteuer nahezu verdoppelt. Diese Abgaben verteuern das Fliegen erheblich und belasten die Wirtschaftlichkeit.
Proteste gegen ungleiche Bezahlung in Sachsen
Die Lage in Sachsen war schon zuvor angespannt. Bereits im Herbst 2024 protestierten Beschäftigte wegen der Lohnunterschiede zwischen Ost- und Weststandorten. Laut Verdi verdient das Bodenpersonal in Leipzig und Dresden rund 1.000 Euro weniger pro Monat als Kolleginnen und Kollegen im Westen. Zudem arbeiten sie länger.
Die Ungleichbehandlung sorgt seit Jahren für Konflikte und bleibt auch angesichts der neuen Kündigungen ein zentrales Thema.
Die Lufthansa stellt klar, dass die Umstrukturierungen notwendig seien, um die Ziele bis 2030 zu erreichen. Gewerkschaften hingegen bereiten sich auf weitere Auseinandersetzungen vor.
Quelle: MDR, www.globewings.net/de